14.10.2017 – Katastrophenschutzübung in mehreren Landkreisen – 2300 im Einsatz

Landkreise Boeblingen, Esslingen, Reutlingen und Tuebingen (red) – Naturkatastrophen halten sich nicht an Landesgrenzen und Zustaendigkeiten. Aus diesem Grund haben die Regierungspraesidien Stuttgart und Tuebingen gemeinsam mit den Kreisbrandmeistern der Landkreise Esslingen, Reutlingen, Tuebingen und Boeblingen die Uebung „Heisser Sueden“ veranstaltet. Besonders heiss ging es im Landkreis Esslingen zu. In Aichtal-Aich waren schon am fruehen Morgen Einsatzkraefte mit Blaulicht und Sirene unterwegs. Grund war ein Grosseinsatz, bei dem in der Festhalle Aich ueber 40 Personen gerettet werden mussten. So konnten sich auch der neue Einsatzleitwagen 2 des DRK-Kreisverbandes Nuertingen-Kirchheim sowie der Einsatzleitwagen der Feuerwehr vom Landkreis Esslingen bewaehren. Das Zusammenspiel der verschiedenen Rettungsdienste und der Feuerwehr klappte hervorragend, wie Mark Lippe, Einsatzleiter Rettungsdienste, erklaerte. Doch damit nicht genug. Durch die angenommene, langanhaltende Hitzephase mit ueber 40 Grad Celsius waren die Waldboeden so ausgetrocknet, dass kleinste Funken reichten, um einen Waldbrand zu entfachen. In Aichtal-Neuenhaus mussten daher die Feuerwehren Wasserfoerderungen ueber lange Wegstrecken erstellen, um das auflodernde Feuer im Wald zu loeschen. Die Wehren forderten zudem den Transporthubschrauber der Bundeswehr fuer die Feuerbekaempfung an. Dieser holte sich ueber 5 000 Liter Wasser aus dem Baggersee in Kirchentellinsfurt und loeschte den Brand damit aus der Luft. Die herbeigeeilten Feuerwehren arbeiteten Hand in Hand, so dass der Waldbrand in kurzer Zeit unter Kontrolle war. Marion Leutze-Mohr, die Erste Landesbeamtin in Esslingen, zeigte sich von der Einsatzfreude der Rettungskraefte beeindruckt. Schwerpunkt der Katastrophenuebung war die Zusammenarbeit von haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkraeften aus unterschiedlichen Hilfsorganisationen. Dass die Koordination und Durchfuehrung auch in unuebersichtlicher Lage funktioniert, zeigten die Rettungskraefte ueberall im Naturpark Schoenbuch. So auch im Landkreis Boeblingen. Grossalarm loeste ein schwerer Busunfall auf dem Zubringer zur Autobahn A81 bei Gaertringen aus. Der volle Reisebus war umgekippt und es drohte hoechste Brandgefahr. Fuer die Rettung der Verletzten war ein Grossaufgebot an Rettungskraeften angefordert. Schnell hatten die Einsatzkraefte die Lage im Griff und die Versorgung der Verletzten Personen konnte rasch beginnen. Der Uebungstitel „Heisser Sueden“ bekam im Landkreis Reutlingen aktuelle Brisanz. Denn, auch dort hatte die Trockenheit an verschiedenen Stellen im Waldgebiet Feuer entfacht. Bei der Moosplatte loeschten mehrere Feuerwehren der Region die Brandherde in gekonnter Zusammenarbeit. Der technische Einsatzleiter der Katastrophenschutzuebung, Bezirksbrandmeister des Regierungsbezirk Tübingen, Siegfried Holstein, erklaert, warum die Katastrophenschutzuebung ausgerechnet „Heisser Sueden“ genannt wurde und zieht erste Zwischenbilanz. Siegfried Holstein, der technische Einsatzleiter der Katastrophenschutzuebung stellte den Vergleich mit der Feuerwalze in Kalifornien her. „Wir sind im Sueden, es ist heiss, deshalb der passenden Titel. Durch die Waldbrandkatastrophe bei Los Angeles erhaelt unsere Uebung reale Brisanz.“ Etwas kuehler, aber nicht minder aufregend war es an der Echatz in Kirchentellinsfurt. Dort musste die DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft) ausruecken, um eine bewusstlose, im Fluss treibende Person zu retten. Mit gemeinsamen Kraeften der Feuerwehren und Hilfsorganisationen wurde diese mit einer Schleifkorbtrage, die an Seilen gesichert war aus der starken Stroemung geholt und erstversorgt. Nachdem die ersten lebensrettenden Massnahmen erledigt waren, konnte der Verunfallte mit dem Rettungswagen in eine Klinik gebracht werden. Im Landkreis Tuebingen sorgte die Hitze fuer explosive Stimmung. In einem Jugendzeltlager bei Bebenhausen kam es zu einer verheerenden Gasexplosion, in deren Folge fast 50 junge Menschen zum Teil schwerstbrandverletzt wurden. Um eine schnelle Versorgung der lebensgefaehrlichen Verletzungen sicher zu stellen, war der BELL UH 1D, ein Transporthubschrauber der Bundeswehr, im Einsatz. Er landete in der Naehe der Ungluecksstelle, um die Verletzten aufzunehmen und in Spezialkliniken der Region zu fliegen. Alexandra Sussmann, Regierungsvizepraesidentin in Stuttgart zog nach dem Ende der Katastrophenschutzuebung ein positives Fazit: „Es gab keine realen Verletzten, nur einen kleinen Blechschaden. Die Uebung ist gut verlaufen.“

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