18.04.2018 – Verabschiedung von Bürgermeister Peter Jahn und Amtseinsetzung von Bürgermeister Ralf Barth

Gemeinde Denkendorf

Denkendorf (red) – „Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 15. Januar 2018 einstimmig beschlossen Herrn Bürgermeister Peter Jahn in besonderer Würdigung seines vorbildlichen und herausragenden persönlichen Einsatzes zum Wohle der Gemeinde und ihrer Bürgerinnen und Bürger das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Denkendorf zu verleihen. Damit verbunden sind der aufrichtige Dank und die Anerkennung für die in seiner Amtszeit von 1986 bis 2018 erbrachten Leistungen und seine dabei erworbenen großen Verdienste. Bürgermeister Peter Jahn hat die Geschicke der Gemeinde mit großem Erfolg und bemerkenswertem Weitblick gelenkt und die Entwicklung Denkendorfs nachhaltig geprägt“. Mit diesen Worten wurde dem aus seinem Amt ausscheidenden Peter Jahn die höchste Auszeichnung zuteil, die die Gemeinde zu vergeben hat. Sichtlich bewegt nahm er aus den Händen des stellvertretenden Bürgermeisters Frank Obergöker den Ehrenbürgerbrief entgegen.
Nach 32-jähriger Amtszeit ist Bürgermeister Peter Jahn am vergangenen Freitag im Rahmen einer feierlichen Gemeinderatssitzung in der Festhalle verabschiedet und gleichzeitig der neugewählte Bürgermeister Ralf Barth in sein neues Amt eingesetzt und verpflichtet worden.
Begrüßung und Ansprache durch den Stellvertretenden Bürgermeister Frank Obergöker
Nach dem schwungvollen musikalischen Auftakt durch die Big Band der Musikschule Denkendorf, begrüßte der stellvertretende Bürgermeister Frank Obergöker zur feierlichen Gemeinderatssitzung und ging in seiner Ansprache auf die Erfolge von Bürgermeister Peter Jahn ein. „Sie haben 32 Jahre Ihr Ganzes gegeben und können mit Stolz auf Ihre Lebensleistung zurückblicken“, hob der FWV-Fraktionsvorsitzende Frank Obergöker im Namen des Gemeinderats hervor. „Sie haben bis zum letzten Tag gearbeitet, am Ende noch beschleunigt, so wie es ein guter Läufer macht, wenn er das Staffelholz übergibt“, lobte er. „Sie haben immer besonderes Verhandlungsgeschick bewiesen, zuletzt bei den sehr schwierigen Grundstücksverhandlungen für die Erlebbarmachung und den Hochwasserschutz an der Körsch entlang der Heinrich-Werner-Straße“, führte Obergöker weiter aus. Er dankte für die stets vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat, den Vereinen, Kirchen und Organisationen. In seinen Dank schloss er Gattin Regina Jahn ein, der starken Frau an der Seite des Bürgermeisters.
Engagement für die Gemeinde
In einem kurzen Streifzug ging Frank Obergöker auf einige wichtige Themenfelder ein, die sich wie ein roter Faden durch die Amtszeit von Peter Jahn gezogen haben. Er nannte dabei das gute Wirtschaften, das ein besonderes Markenzeichen von im gewesen sei. Der Schuldenstand von rund 3,2 Mio. EURO, den er zu Beginn seiner Amtszeit übernommen habe, sei seit 2014 nicht nur komplett abgebaut, sondern die Gemeinde sei darüber hinaus trotz durchschnittlicher Steuerkraft mit einem beträchtlichen Rücklagenpolster ausgestattet.
In wichtigen Feldern der Daseinsvorsorge sei Denkendorf immer an der Spitze der Bewegung gewesen. So konnten durch weitsichtige Planungen im Bereich der Wasserversorgung, der Abwasserentsorgung und der Unterhaltung des Kanalnetzes zugunsten der abgabepflichtigen Bürger mit die niedrigsten Wasser- und Abwassergebühren im Landkreis erreicht werden. Bei der Herstellung der einheitlichen Wasserqualität in der Gemeinde ist es ihm beim Bau einer Wasser-Enthärtungsanlage für die Niederzone gelungen, die Deutsche Bahn AG an den Kosten zu beteiligen.
„Sie waren immer ein guter Stratege, Gestalter und Schrittgeber“, lobte Obergöker.
Die Themen Kindergartenplanung und Schulentwicklung habe Jahn ebenso vorbildlich bearbeitet wie die städtebauliche Entwicklung und die kommunale Infrastruktur. Dabei sei es stets das besondere Geschick des Bürgermeisters gewesen, zugunsten der Gemeinde Fördermöglichkeiten zu nutzen.
Einen langen Atem habe er beim Thema Lärmschutz bewiesen. Was mit dem von ihm 1987 angestoßenen Generalverkehrsplan und der Untersuchung der Verkehrsinfrastruktur und der Parkraumsituation begonnen habe, sei in ein langjähriges Ringen mit den Stellen des Landes, des Bundes und der Deutschen Bahn gemündet, mit dem Ziel eines nachhaltigen Lärmschutzes entlang der Autobahn, der ICE-Trasse aber auch der innerörtlichen Ebene. Das bisher Erreichte könne sich wahrlich sehen lassen.
Der soziale Zusammenhalt in der Gemeinde sei Bürgermeister Jahn auch ein besonderes Anliegen gewesen. Deutlich komme dies in den örtlichen Angeboten für die ältere Bevölkerung zum Ausdruck. Mit dem 1992 erstellten ersten kommunalen Altenhilfeplan habe die Gemeinde auf Landkreisebene und darüber hinaus Neuland betreten. Mit dem Pflegestützpunkt als wichtiges Beratungsangebot für die Bürgerinnen und Bürger, der ambulanten und stationären Versorgung am Ort, dem betreuten Wohnangebot, dem Generationentreff, der geplanten Tagespflegeeinrichtung und nicht zuletzt den vielen Angeboten der offenen Altenhilfe spiele Denkendorf auf diesem Gebiet heute in der Liga der Großen Kreisstädte.
Auch der Zusammenhalt in der örtlichen Gemeinschaft, die Förderung der örtlichen Vereine und Institutionen, die Würdigung des Ehrenamtes und das gute Miteinander mit den Kirchen seien für ihn immer von großer Bedeutung gewesen.
Überörtliches Engagement
„In über vier Amtsperioden als Verwaltungschef war es immer Ihr Bestreben, keine Kirchturmpolitik zu betreiben, sondern immer über den Tellerrand der Gemeinde hinauszublicken“, hob Obergöker hervor.
Im kommunalen Arbeitskreis Filder habe er den Schulterschluss mit den benachbarten Filderkommunen gesucht und so, mit Erfolg gegen die Erweiterungspläne des Flughafens Stuttgart und insbesondere die Erweiterungspläne der zweiten Start- und Landebahn gekämpft.
Bei der Entwicklung des Lärmaktionsplanes Filder sei er ebenso Impulsgeber und antreibende Kraft gewesen, wie bei der Gründung des Zweckverbandes Hochwasserschutz Körsch, dessen Vorsitzender er von 2008 bis zu seinem Ausscheiden war.
Ansprache von Landrat Heinz Eininger
Landrat Heinz Eininger freute sich, den kommunalpolitischen Wechsel in Denkendorf begleiten zu dürfen. Ein Bürgermeisterwechsel sei immer ein besonderes Ereignis in einer Gemeinde. „Mit Bürgermeister Peter Jahn verlässt eine prägende Persönlichkeit die kommunalpolitische Bühne des Landkreises. Sie waren ein Bürgermeister mit Gespür für das Machbare und für die Anliegen der Bürger“, hob der Landrat hervor. Für die besonderen Verdienste und das Engagement überreichte er ihm die goldene Landkreismedaille des Landkreises Esslingen.
Er wies in diesem Zuge auf die Kontinuität hin, die nach 32 Jahren Altbürgermeister Walter Dieterich und 32 Jahren Bürgermeister Peter Jahn über insgesamt 64 Jahre in der Gemeinde entstanden sind. Diese Verlässlichkeit sei eine Grundlage für das blühende Leben in der Gemeinde.
Bürgermeister Ralf Barth überbrachte er die Glückwünsche des Landkreises zur Wahl und überreichte ihm die Wahlprüfungsurkunde. Das Amt des Bürgermeisters sei ein schönes aber anspruchsvolles Amt, das ein hohes Maß an Engagement erfordere, hob der Landrat hervor.
Ansprache des Präsidenten des Gemeindetags Baden-Württemberg, Roger Kehle
„Mit Bürgermeister Peter Jahn geht ein kommunalpolitisches Schwergewicht, der mir ein kluger Ratgeber und ein loyaler Partner war“, würdigte der Präsident des Gemeindetags Baden-Württemberg Roger Kehle seinen Kollegen. 23 Jahre lang war Bürgermeister Peter Jahn Vorsitzender im Kreisverband Esslingen des Gemeindetags Baden-Württemberg. Er war im Landesvorstand und im Präsidium des Gemeindetags vertreten und agierte damit auch auf Bundesebene des kommunalen Spitzenverbandes. Verbunden mit Dank und Anerkennung überreichte Roger Kehle Bürgermeister Peter Jahn die höchste Auszeichnung des Gemeindetags Baden-Württemberg, die Freiherr-vom-Stein-Medaille.
Im Namen des Gemeindetags gratulierte er Bürgermeister Ralf Barth zum neuen Amt.
Grußworte
Ostfilderns Oberbürgermeister Christof Bolay würdigte Bürgermeister Peter Jahn im Namen der anderen Oberbürgermeister und Bürgermeister. In einer launigen Rede hob er dabei vor allem die Zusammenarbeit im Zweckverband Hochwasserschutz Körsch, der Fluglärmkomission und dem Schulverband Ostfilder hervor.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Peter Nester lobte in seinem Grußwort: „Sie hinterlassen eine sehr gut bestellte Gemeinde. Sie haben sich immer Zeit für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger genommen und all die Jahre die dicksten Bretter gebohrt.“
Wilhelm Brandner, Vorsitzender der SPD-Fraktion, beschrieb Bürgermeister Peter Jahn in seinem Grußwort als „Meister der Diplomatie“. Durch ihn sei man meistens an der Spitze der Bewegung gewesen, was die kommunale Aufgabenerfüllung anbelange.
Für das große Vertrauen, das er allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entgegengebracht habe, dankte Hauptamtsleiter Fritz Berner im Namen des Personals dem Verwaltungschef.
Dank von Bürgermeister Peter Jahn
Beeindruckt von den Lobesworten und sichtlich überrascht von den vielen Ehrungen dankte Bürgermeister Jahn allen Rednern. „Bei den Bürgerinnen und Bürgern bedanke ich mich für ihr Engagement, beim Gemeinderat für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Teamleistung und bei meiner Ehefrau Regina für den Rückhalt“, führte Jahn aus. „Der Beruf des Bürgermeisters hat mir Erfüllung und Faszination bis zum heutigen Tag geschenkt“, so der Verwaltungschef. Die Gäste, unter denen neben Landrat Heinz Eininger und Gemeindetags-Präsident Roger Kehle, Alt-Bürgermeister Walter Dieterich, die Bundestags-, Landtags- und Kreistagsabgeordneten des Wahlkreises, Oberbürgermeister und Bürgermeister der umliegenden Gemeinden, Vertreter der Vereine, Kirchen und Organisationen sowie die Damen und Herren des Gemeinderats waren, dankten mit stehendem Beifall.
Vereidigung und Verpflichtung von Bürgermeister Ralf Barth
Nach diesen Abschiedsworten nahm der dienstälteste Gemeinderat Werner Jaumann die Verpflichtung und Vereidigung von Bürgermeister Ralf Barth vor. Nach geltendem Recht musste Bürgermeister Ralf Barth zuerst den Diensteid ablegen, um dann schließend der Treue der Verfassung, Gehorsam den Gesetzen und gewissenhaft der Erfüllung seiner Pflichten zu geloben. Weiterhin gelobte er, die Rechte der Gemeinde gewissenhaft zu wahren und das Wohl ihrer Einwohner nach Kräften zu fördern. Nach diesem Gelöbnis ist Bürgermeister Ralf Barth in sein neues Amt eingeführt.
Ansprache von Bürgermeister Ralf Barth
Mit einem Zitat von Henry Ford ging Bürgermeister Ralf Barth in seiner Ansprache auf das Zusammenkommen, das Zusammenbleiben und das Zusammenarbeiten ein.
Dabei blickte er noch einmal kurz auf den abgelaufenen Wahlkampf zur Bürgermeisterwahl zurück und bedankte sich bei den Denkendorfer Bürgerinnen und Bürgern: „Ich danke für Ihren grandiosen Zuspruch mit einem Wahlergebnis von knapp 80 Prozent, für Ihr großes Vertrauen und die offenen Türen, mit denen Sie mich empfangen haben“, so Bürgermeister Barth. Seinen Mitbewerbern, vor allem bei Frank Nödinger, dankte er für einen fairen Wahlkampf. Bei der Übergabe der Amtsgeschäfte von Bürgermeister Peter Jahn habe er das Herzblut und Brennen für die Gemeinde gespürt und er versicherte: „Der Funke ist längst übergesprungen.“
Er sei bereit die neue Aufgabe motiviert anzugehen: „Lassen Sie uns unser Denken und Handeln auf unsere langfristigen Ziele hin ausrichten. Lassen Sie uns gemeinsam offen sein gegenüber Veränderungen und den Herausforderungen der heutigen Zeit – ganz egal in welchem der vielen kommunalen Handlungsfelder wir gefordert sein werden. Übernehmen wir zusammen Verantwortung und lassen Sie unsere Zusammenarbeit hierbei leiten von Respekt, von Anerkennung und gegenseitiger Wertschätzung.“
Nach den Schlussworten des stellvertretenden Bürgermeisters Frank Obergöker wurde die feierliche Gemeinderatssitzung mit einem musikalischen Abschluss beendet und zu einem Stehimbiss eingeladen.

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